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Wildschweinschäden - Golfer und Jäger legen Streit bei
Aerzen/Hameln (cb). Der Golfclub Hameln will seine Plätze in Schwöbber mit Zäunen besser vor Wildschweinen schützen, die im Herbst und Winter erhebliche Schäden an den am Waldrand gelegenen Bahnen angerichtet haben. Das kündigte gestern Golfclub-Präsident Heinz Berning an, nachdem in Hameln ein Runder Tisch mit Vertretern der Jägerschaft, der Gemeinde Aerzen, Landrat Rüdiger Butte und dem Waldbesitzer stattgefunden hatte. Zugleich bemühten sich die Beteiligten, den bisherigen Konfrontationskurs zu beenden. „Wir haben uns angenähert“, meinte Rainer Petersen, Vizepräsident des Clubs, nachdem es zuvor erhebliche Vorwürfe gegen die Jägerschaft gegeben hatte. „Wir gehen den weiteren Weg gemeinsam“, sagte er.
Auch Berning blickt nach vorne, nachdem alle Beteiligten „Frust ablassen konnten“. „Wir fühlten uns im Stich gelassen“, sagte der Club-Präsident. „Die Jäger fühlten sich angegriffen.“ Einen Schlussstrich zieht ebenso Kreisjägermeister Jürgen Ziegler unter die zurückliegende Auseinandersetzung. „Ich denke, es ist ein Weg gefunden“, sagte er.
Der Golfclub hatte zu dem Gespräch nach Hameln eingeladen, nachdem Wildschweine im letzten Jahr erhebliche Schäden auf seinen Plätzen angerichtet hatten, es im Januar erneut zu Zerstörungen gekommen war. Präsident Heinz Berning bezifferte den Schaden im Vorjahr allein auf 20 000 Euro, sorgt sich um die Ausrichtung wichtiger Turniere. „Es geht um die Existenzbedrohung des Golfclubs“, so Berning, der bislang die Jäger in der Pflicht sah, die Plätze vor dem Schwarzwild zu schützen. Kreisjägermeister Ziegler hingegen verwies auf die Zuständigkeit beim Golfclub.
Gestern konnten Missverständnisse ausgeräumt, aber gleichzeitig Unterstützung ausgelotet werden. Eines sei aber schnell deutlich geworden, so Berning: „Geld vom Steuerzahler wird es nicht geben“, wie Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock und Landrat Butte zu verstehen gegeben hatten. So bleibt dem Club nur die Möglichkeit, die Plätze am Waldrand besser vor den Wildschweinen zu schützen. Bislang seien die Bahnen am Waldrand durch Elektrozäune gesichert gewesen, was aber nicht ausreichend und außerdem aufwendig sei, so Berning. Der Waldbesitzer habe Bereitschaft signalisiert, dass unter bestimmten Bedingungen ein Wildzaun errichtet werden könne. Auf vier Kilometer Länge solle der hauptsächlich durch Wildschäden betroffene Waldbereich nach und nach eingezäunt werden, so der Präsident. Die Kosten schätzt er auf etwa 30 000 Euro, wobei Berning hofft, dass sich das Schlosshotel Münchhausen finanziell beteiligt. Außerdem hätten die Jagdpächter angekündigt, das Schwarzwild stärker zu bejagen, was, so die neueste Nachricht, nun doch auch auf den Golfplätzen selbst möglich sein solle. Weitere Gespräche mit allen Beteiligten seien in Aussicht gestellt, um weitere Einzelheiten zu klären, sagte Berning.
„Ohne Wildzaun geht es nicht“, nannte der Präsident als wichtigste Erkenntnis, um zu einer Dauerlösung zu kommen. „Sonst laufen wir Gefahr, dass die Plätze vor allem in den Monaten September und Oktober nur eingeschränkt nutzbar sind.“ Mit dem Zaun stehe nun das Ziel fest, meinte auch sein Vize Petersen, der sonst einen Imageschaden für den Golfclub befürchtet: „Wir wollen nicht, dass in Norddeutschland der Eindruck entsteht, dass unsere Plätze nicht mehr bespielbar sind.“